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Kultur und Kulinarisches - im Salento

Das schöne Apulien - Geschichte und Traditionen

Der folgende Artikel wurde freundlicherweise von der italienischen Sprachschule "Porta d'Oriente" in Otranto, Provinz Lecce, zur Verfügung gestellt.
Geprägt von Griechen, Römern, Normannen, Arabern und Venezianern...
Apulien, an der äußersten südlichen Grenze Europas mitten im Mittelmeerraum gelegen und nach Osten hin ins Meer vorgestreckt, war seit jeher dank seiner geographischen Lage, seiner vorwiegend ebenen Landschaft und seinem besonders günstigen Klima ein ideales Gebiet für menschliche Ansiedlungen sowie eine Gegend, in der Handel und kultureller Austausch blühten.
Als Sitz von Völkern, die schon in frühester Zeit einen hohen Zivilisationsgrad erreicht hatten, bildet seine Prähistorie einen Eckpfeiler für Studien über die späten paläolithischen Kulturen des Mittelmeergebietes und Europas. In Apulien - begehrt von Osten und Westen, leicht über das Meer und auf dem Landweg erreichbar - lebten im Altertum die illyrischen Völker der Lapyger, der Daunier, Peuzetier und Messapier. Es war Sitz zahlreicher griechischer Kolonien, war römisches Territorium und wurde von Augustus in die Region Apulia et Calabria mit einbezogen.

Es erlebte Völkerwanderungen, fiel unter byzantinische Herrschaft und erhielt mit der Machtergreifung durch die Langobarden sowie die darauf folgende fränkische Herrschaft eine gewisse Unabhängigkeit. Nachdem Apulien den Streifzügen der Sarazenen ausgesetzt war, lehnte es sich im 11. Jahrhundert gegen die Byzantiner mit der eigennützigen Hilfe der Normannen auf, die sich dann seiner bemächtigten. Es gehörte zum Königreich Sizilien, zum Königreich Neapel und dem Königreich der beiden Sizilien vor der Vereinigung Italiens. Die Geschichte und Kultur Apuliens sind stark geprägt von der Präsenz der Griechen, Römer, Byzantiner, Araber, Normannen, Franken, Spanier und anderer Völker, die unauslöschliche Spuren hinterließen. Der Kontakt mit so unterschiedlichen ethnischen Gruppen und Kulturen hat das apulische Gebiet mit archäologischen Funden, Kastellen, Türmen, Kathedralen, städtischen und ländlichen Gebäuden sowie anderen Bauwerken in den verschiedensten Baustilen reichlich übersät.

Dialekte, Traditionen und Kultur, die noch heute für die verschiedenen apulischen Bevölkerungen charakteristisch sind, scheinen in den geomorphologischen Besonderheiten der Gegenden, in denen diese leben, Entsprechung zu finden. Tiefgehende kulturhistorische und geographisch-umweltbezogene Unterschiede kennzeichnen die Gegend der Capitanata, des Gebiets um Bari, des Salento und des ionischen Gebiets, Gegenden, die die Region Apulien bilden und mehr oder weniger den derzeitigen Provinzen von Foggia, Bari, Brindisi, Lecce und Tarent entsprechen.

Antike Gebräuche und Traditionen überleben noch heute
Beweis dafür ist die Tatsache, dass die Region lange Zeit Le Puglie hiess, und man noch heute in vielen Fremdsprachen den Plural für ihre Bezeichnung verwendet. Das, was die Kultur und die geschickte Hand des Menschen maßgerecht im Laufe der Jahrtausende gebaut, verschönert und geformt hat, verschmilzt mit dem milden Klima, dem glasklaren Meer, der immerwährenden Sonne, den Sand- und Felsküsten, den grünen Inseln, den eigentümlichen Grotten und anderen Schönheiten, mit denen die Natur diese Gegend verschwenderisch ausgestattet hat. Der freundliche südländische Charakter, die natürliche Zuvorkommenheit und Hilfsbereitschaft der Menschen, eine wirklich landestypische Gastronomie, hervorragende Weine, Kirchen- und Volksfeste, historische Festlichkeiten, kulturelle Veranstaltungen sowie zahlreiche moderne und touristische Einrichtungen verschiedenster Art, schaffen eine ganz besondere und gastfreundliche Atmosphäre.
Wenn es eine Eigenschaft gibt, die all diese Orte gemeinsam haben, dann ist es das Überleben und das Bewahren griechischer Gebräuche, die hier bis zum 17. Jahrhundert weit verbreitet waren. Die griechische Sprache, die sich in den Ortsnamen niedergeschlagen hat, die ursprüngliche griechische Architektur, zum Beispiel die Mehrfamilienhöfe in ihrem blendenden Weiß, die Balkone, die Dekorationen in Rautenform und darüber hinaus die Sitten und Gebräuche machen diese Region so einzigartig in der Welt und sind daher sicherlich der Aufmerksamkeit von Seiten des Kulturtourismus wert. Nicht weniger als zwanzig Schlösser machen aus dem Salento eine einzige mächtige Festung, einen Schutzwall aus Granit, zusammen mit den Küstentürmen und den befestigten Gehöften im Inneren des Landes haben sie hunderten von Invasionen, durch die Normannen, Sweben, Anjou, Aragonier, Spanier, Venezianer und Sarazenen getrotzt, die in den letzten Jahrhunderten aus dieser Provinz ein Land der Eroberung gemacht haben. Die derzeitige Form fast aller Schlösser im Salento lässt sich auf die Renaissance zurückführen (15. Und 16 Jh.), auch wenn die einzelnen Bauwerke oft auf den Grundmauern frühzeitlicherer Bauten basieren, wie zum Beispiel die Schlösser von Copertino, Gallipoli, Otranto, Acqurica del Capo, Presicce, Morciana di Leuca und von Roca Vecchia. 150 Kilometer eindrucksvolle und bezaubernde Küste, entlang gestreckt zwischen zwei Meeren, die die Morphologie und die Geschichte dieses Landstrichs bestimmt haben, bilden den Salento.

Otranto ist einer der atemberaubendsten Küstenorte der gesamten Provinz. Dies allein könnte ausreichen, um das Salento als bevorzugtes Reiseziel in jeder Jahreszeit auszuwählen. Aber auch die außerordentliche Geschichte des Landes, gezeichnet von der denkwürdigen Wut der Sarazenen, die eine Wüste aus Tränen und Blut hinter sich ließen, ihre überall gegenwärtigen architektonischen Meisterstücke, macht sie zum begehrten Reiseziel.

Wenn man die griechische Kolonisierung und die weitere Hellenisierung Süditaliens betrachtet, ist das salentinische Griechenland ein Gebiet, das derzeit die Gemeinden von Calimera, Castrignano dei Greci, Corigliano d'Otranto, Martano, Martignano, Melpignano, Soleto, Sternatia und Zollino umfasst. Im Herzen des östlichen Salento, wo noch heute Spuren der griechisch-byzanthinischen Zivilisation zu finden sind, hat das Griko überlebt, das dem modernen Griechisch sehr ähnlich ist. Diese griechische Enklave ist leicht mit dem Auto von Lecce, Otranto, Gallipoli oder Santa Maria di Leuca aus zu erreichen.

Das salentinische Griechenland
Wir sind Griechen, und dies zu unserem Ruhm", hieß es im Knigge und aus gutem Grund. Und sei es auch nur wegen der Legenden, in denen es heißt, dass all diese Orte verschont geblieben sind von Wirbelstürmen und Taifunen, meistens durch Fürbitte der östlichen Heiligen.
Das salentinische Griechenland ist noch heute reich an außergewöhnlichen geschichtlichen und künstlerischen Spuren, von den Menhiren bis hin zu den Dolmen und den Steinhaufen (der berühmte Steinhaufen der Mori in Martano), bis hin zu dem "gelöcherten Stein" und dem "Stein der Fruchtbarkeit" von Calimera in der Kirche San Vito, der in der Symbolik der Läuterung und der Wiedergeburt ähnliche Versöhnungsriten aufnimmt wie das gegenüberliegende Griechenland;

San Stefano

 

Außerdem ein Muss: die priesterlichen und wunderschönen Ikonen der Lauren und der basilianischen Klöster, die Krypten (die von San Biagio in Calimera, die sich in dem gleichnamigen natur-archäeologischen Park befinden; die Krypten von Sant'Onofrio in Castrignano dei Greci, die auf das 15 Jh. der christlichen Ära zurückgeht, während der San Sebastiano in der gleichnamigen Krypta in Sternatia auf das Jahr 1100 zurückgeht); die Klöster, die Schlösser (besonders das von Corigliano d’Otranto aus dem 15 Jh. ist unglaublich beeindruckend und auch die Festung Granafei in Sternatia), die Kirchen, wie zum Beispiel der barocke Klosterkomplex der Augustiner in Melpignano, der Glockenturm von Sterantia, die gotische Fiale in Soleto und die atemberaubenden Fresken in der Kirche Santo Stefano aus dem 15 Jh. auch in Soleto, sowie die der Assunta gewidmeten Pfarrkirche in Martano. Darüber hinaus sind noch die Adelspaläste in Martano, in Corigliano d'Otranto, in Calimera und in Martignano zu erwähnen, außerdem die charakteristischen Brunnen von Castrignano dei Greci, von Soleto und von Zollino, bei den es sich um eine antike Grufttechnik für die Aufbewahrung von Regenwasser handelt.

 
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